Aller guten Dinge sind drei: BaFin genehmigt zwei weitere STO

Aller guten Dinge sind drei: BaFin genehmigt zwei weitere STO

Juli 2019 – Das lange Warten hat eine Ende: Mit Fundament und Startmark hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) im Juli 2019 gleich zwei neue Bewilligungen für Public STOs erteilt.

Der erste kommt von der Fundament Group und damit aus unserem eigenen Netzwerk. Fundament ist selber ein Legal-Tech-Dienstleister, der verschiedene Asset-Investments digitalisiert. Das Unternehmen bietet einen Komplettservice für Recht, Technologie und Vertrieb, um Asset-Klassen zu tokenisieren und regulierte Finanzinstrumente für einen neuen, globalen Anlegermarkt zu schaffen.

Mit seinem ersten eigenen STO kann der one-stop-shop rund um die Tokenisierung zeigen, wie es geht. Im Fokus steht ein diversifiziertes Portfolio aus Gewerbeimmobilien in den Metropolregionen Deutschlands, darunter Hamburg, Frankfurt, Rostock und Jena – also traditionelle Vermögenswerte. Das Gesamtemissionsvolumen liegt bei rund 250 Millionen Euro. Investments sind ab einem Euro möglich.

STO als digitaler Fonds

Einen völlig anderen Ansatz verfolgt Startmark, deren STO ebenfalls bewilligt wurde. Hier handelt es sich vielmehr um einen digitalen Fonds, der in Start-Ups investiert. Anleger können ab einem Betrag von lediglich 100 Euro investieren. Ein absolutes Novum, denn Beteiligungen an nicht börsennotierten Unternehmen sind bei den üblichen Investments deutlich kostspieliger. Oder aber sie sind nicht diversifiziert, wie beim  Crowdfunding.  Günstiger als ein klassischer Fonds ist das Angebot allemal. Denn die marktüblichen Provisionen, Gebühren für die erstmalige Transaktion sowie die Kosten für Intermediäre entfallen.

Drei bewilligte STOs in Deutschland, drei unterschiedliche Konzepte

Die drei Vorreiter zeigen, wie vielfältig STOs sein können. Während Bitbond und Startmark auf Unternehmensfinanzierungen setzen, stehen bei Fundament Sachwerte im Fokus. Was natürlich mit den unterschiedlichen Geschäftszwecken zu tun hat:

Bei Bitbond handelt es sich eine Darlehensplattform, die Kredite für kleine und mittlere Unternehmen finanziert. Gründer Radoslav Albrecht sagt gegenüber der Wirtschaftswoche: „Wir wollen Privatanlegern Zugang zu Darlehen von kleinen und mittleren Unternehmen bieten und mehr Möglichkeiten nutzen, die Darlehen auf unserer Plattform abseits vom Geld der Risikoinvestoren zu finanzieren.“

Startmark verteilt nach eigenen Angaben wie ein großer Risikokapital-Fonds das Anlegergeld auf eine Vielzahl von aussichtsreichen Startups. Sie werden zunächst intensiv geprüft und später von StartMark-Unternehmensberatern auf ihrem Weg zum Geschäftserfolg begleitet. „Die TV-Show ‚Höhle der Löwen’ hat schon Millionen Menschen in Deutschland begeistert – aber tatsächlich professionell in neue Geschäftsideen zu investieren, ist bislang sehr wenigen Großanlegern vorbehalten”, sagt Startmark-Gesellschafter und Geschäftsführer Ralf Heine in seiner Pressemitteilung. „Zwar kann man hier und da mal in ein einzelnes Jungunternehmen via Crowdinvesting Geld stecken, es fehlt dann aber die Risikostreuung.”

Fundament hingegen tokenisiert mit Immobilien reale Werte. Wobei das nur der Anfang sein soll: „Wir sehen in der Diversifizierung von verschiedenen tokenisierten Assets eine große Zukunft. Wir bieten unsere Services auch für andere Asset-Manager an, zum Beispiel sprechen wir aktuell mit Schiffsmanagern. Aber auch in den Bereichen erneuerbare Energien oder Private Equity ist Tokenisierung ein großes Thema“, so Gründer Robin Matzke gegenüber BTC Echo.