„Der Emittent möchte sich darauf konzentrieren, Kapital zu sammeln“

„Der Emittent möchte sich darauf konzentrieren, Kapital zu sammeln“

Tech-Partner der neoFIN Hamburg ist die Agora Innovation GmbH. In einem zweiteiligen Interview steht CEO & Co-Founder Phong Dao uns Rede und Antwort. Im ersten Teil unseres Berichtes gehen wir insbesondere auf die Eigenschaften der Plattform und ihren Nutzen für Emittenten und Anleger ein und beleuchten das Zusammenspiel von Technik, Recht und Vertrieb.

Lieber Phong, stell Dich und Dein Unternehmen Agora Innovation doch bitte einmal kurz vor.

Phong Dao (PD): Moin Moin (sagt man doch in Hamburg so, oder?), ich bin der Phong, CEO & Co-Founder der Agora Innovation GmbH.

Die Agora Innovation ist ein FinTech Unternehmen mit dem Fokus auf Blockchain, DLT und digitale Assets. Unser Produkt iVE.ONE, mit der Vision bessere digital Assets für jedermann anzubieten, ist eine globale Investitions- und Emissionsplattform für gesetzeskonforme digitale Wertpapiere auf der Blockchain. Die Plattform verbindet verschiedene nationale regulatorische Anforderungen mit der Blockchain, um Unternehmen wie auch Investoren vor Geldwäsche und Sanktionsrisiken zu schützen.

Einfach gesagt: reguliertes und digitales Fundraising auf der Blockchain.

Mit IVE.ONE habt Ihr Eure eigene Technik entwickelt. Was unterscheidet die Lösung von anderen am Markt?

PD: Wir haben mit iVE.ONE eine einfache und benutzerfreundliche Plattform entwickelt, auf der sich Investoren mit den digitalen Assets der Emittenten treffen. Die größten Hürden für Emittenten digitaler Wertpapiere sind im Moment die Gesetzeskonformität, da diese nicht nur bei der Emission, sondern auch bei der Platzierung bzw. Zeichnung auf nationalem Level stimmen muss.

Und genau hier ist unser USP: Für den Emittenten ist die Lösung rechtssicher und er hält sich durch unsere Plattform immer an die gesetzlichen Anforderungen des jeweiligen Landes. Der Investor durchläuft immer einen GwG-konformen (Geldwäschegesetz) Prozess, so dass auf beiden Seiten alles gesetzeskonform abläuft. Geregelt wird dieses Zusammenspiel durch unsere „Rule Engine“, eine Art Regulierungsinfrastruktur, die es ermöglicht das Wertpapier im Primär- und Sekundärmarkt immer gesetzeskonform zu transferieren.

In einem Satz: Mit iVE.ONE schlagen wir die Brücke zwischen Emittenten und Investoren.

Auch der Zeichnungsprozess läuft über iVE.ONE, Ihr stellt also quasi die Oberfläche, die für jede Emission auf der eigenen Website implementiert wird. Für viele Anleger ist es ja komplettes Neuland, ein digitales Wertpapier zu zeichnen. Wie einfach ist das?

PD: Gerade, weil es Neuland ist, haben wir unsere Plattform so entwickelt, dass der Investor in verschiedene digitale Wertpapiere von unterschiedlichen Emittenten investieren kann, ohne sich mit der Materie auseinandergesetzt zu haben. Wenn er Online Banking beherrscht bzw. ein Depot hat, dann kann er problemlos auch ein digitales Wertpapier bzw. einen Security Token über unsere Plattform zeichnen. Falls er doch die alte Welt bevorzugt, gibt es auch einen Zeichnungsschein, welcher von unseren Vertriebspartnern verwendet wird.

Könnte praktisch jeder mit iVE.ONE seine eigene digitale Wertpapieremission selber durchführen?

PD: Ein Artikel über unsere Plattform hat es eigentlich mit seiner Überschrift auf den Punkt gebracht: „Tokenisierung einfach und billig – könnte eine sensationelle Innovation sein“. Mit iVE.ONE kann somit jeder seine eigenen digitalen Wertpapiere in einem regulierten Umfeld ausgeben und Investoren zum Kauf anbieten. In dem Satz schneide ich gerade zwei weitere Felder an: Da wir uns mit Wertpapieren in einem regulierten Umfeld befinden, benötigen wir auf der einen Seite rechtliche Unterstützung. Auf der anderen Seite ist die Platzierung (Sales) von hoher Bedeutung für eine erfolgreiche Emission. Deshalb arbeiten wir hier unter anderem als Team mit der neoFIN Hamburg und FIN LAW zusammen, um eine Emission zum Erfolg zu bringen.

Wir bereiten ja gerade gemeinsam eine digitale Wertpapieremission vor. Ohne zu viel zum Projekt und zum Asset zu sagen: Inwiefern unterscheidet sich dieses Projekt von bisher durch Agora Innovation durchgeführten?

PD: Während wir in der frühen Phase Unternehmen noch vermehrt mit manuellen Prozessen unterstützt haben, wurde durch unsere Plattform iVE.ONE sehr viel automatisiert und ein besseres Ökosystem entwickelt für digitale Wertpapiere. Der Emittent möchte sich nur auf eine Sache konzentrieren, und das ist Kapital zu sammeln. Somit ist der größte Unterschied, dass wir mit der neoFIN Hamburg einen Vertriebspartner haben, der die Platzierung für die Emission zum Erfolg bringt. Deshalb bin ich wirklich froh darum, dass wir uns auf unsere Kernkompetenz fokussieren können – nämlich die Entwicklung der technischen Emissions- und Investitionsplattform für bessere digitale Assets.

Zu guter Letzt: Herzlichen Glückwünsch zu Eure Erfolgsmeldung* ! Nachdem der High-Tech Gründerfonds (HTGF) ein Jahr zuvor bereits 750.000 Euro investiert hat, ist die Beteiligung von EOS VC ja nun bereits das zweite bahnbrechende Investment und eine tolle Wertschätzung. Wie ist es dazu gekommen? Und wofür werdet Ihr das Kapital verwenden?

PD: Danke für die Glückwünsche. Ich habe zufällig die beiden Geschäftsführer von der Finlab AG, Stefan Schütze und Juan Rodriguez, auf dem HTGF Family Day beim Essen an einem „Round Table“ in Bonn getroffen. Zu dem Zeitpunkt war ich noch nicht wirklich im Fundraising Modus und somit haben wir uns erst mal als Personen kennengelernt. Als es dann soweit war, bin ich einfach auf die beiden zugegangen: super Menschen und auch alle Gespräche mit den beiden und deren Team waren immer sehr gut.

Da wir bis jetzt sehr viel in die Entwicklung gesteckt haben und damit auch schon sehr weit sind, werden wir nicht nur in die Produktweiterentwicklung, sondern verstärkt auch in Marketing und Sales Aktivitäten investieren. Ein weiterer Schritt für dieses Jahr ist auch der Markteintritt in den asiatischen Markt, da wir dort das Potential noch viel größer einschätzen als hier in Europa und auch bereits sehr gute Kontakte knüpfen konnten.

*Das FinLab EOS VC hat im Februar 2020 einen siebenstelligen Betrag in Agora Innovation investiert. Hinter dem Risikokapitalfonds stehen Block.one, der Herausgeber des Blockchainprotokolls EOSIO, und die FinLab AG, einem der ersten und größten europäischen Investoren mit Schwerpunkt auf FinTech und Blockchain.

Im zweiten Teil unseres Interview mit Phong Dao wird es persönlicher: Der CEO & Co-Founder von Agora Innovation verrät uns, was ihn in Bezug auf die Blockchain bewegt und wie er die Entwicklung von digitalen Wertpapieren und damit auch seines eigenen Unternehmens sieht.