Patrick Schütze: „Man muss kein Nerd sein, um STO zu verstehen“

Patrick Schütze: „Man muss kein Nerd sein, um STO zu verstehen“

September 2019 – Blockchain, Distributed Ledger, Token – die Eckdaten von Security Token Offerings (STO) klingen erst mal höchst technisch. Patrick Schütze, Geschäftsführer der neoFIN Hamburg GmbH, erzählt im Interview, wie viel mehr dahinter steckt und wie er zur Blockchain gekommen ist.

Stellen Sie sich unseren Lesern bitte einmal kurz vor.

Patrick Schütze (PS): Gern! Mein Name ist Patrick Schütze, ich bin 42 Jahre alt und lebe mit meiner Familie in Hamburg. Seit über 20 Jahren bin ich in der Finanzdienstleistungsbranche tätig, unter anderem seit 2006 mit meinem eigenen Beratungsunternehmen active capital. Seit dem letzten Jahr habe ich dann zusätzlich die Gründung der neoFIN Hamburg GmbH und der neoFIN AG in Liechtenstein vorangetrieben. In meiner Freizeit bin ich gern aktiv – beim Sport oder auf Reisen mit meiner Familie.

Was sind Ihre Berührungspunkte mit der Blockchain-Technologie?

PS: Finanzen und wirtschaftliche Zusammenhänge gehören nun einmal zu meinen Leidenschaften. Insofern habe ich das Entstehen der Kryptowährungen aufmerksam relativ von Anfang an mitverfolgt und zügig ein Interesse an der Technologie dahinter entwickelt. Schon im September 2017 habe ich angefangen, im Umfeld meiner Anleger und Geschäftspartner Aufklärungsarbeit zur Blockchaintechnologie zu betreiben. Im Rückblick kann ich sagen, dass AbonnentInnen unserer Newsletter schon sehr früh einen klaren Wissensvorsprung hatten – einige der Themen, die wir damals schon verständlich aufbereitet haben, finden teilweise erst heute Erwähnung in den Mainstreammedien.

Unsere ersten geschäftlichen Schritte in Sachen Blockchain gingen dann erst in Richtung Mining. Durch unseren engen Kontakt zu Netzwerken wie dem Blockchain Bundesverband sind wir dann aber relativ schnell in eine andere Richtung gegangen, nämlich das Einbinden der Blockchaintechnologie in eine strategische Finanzplanung. Nächster Schritt ist dann das eigene Durchführen von STOs und damit das Schaffen eines echten Anlageinstruments. Das wird spätestens im ersten Quartal 2020 so weit sein.

Was macht die neoFIN Hamburg genau?

Wir haben zwei Standbeine: Zum einen beraten wir Unternehmen im Hinblick auf Security Token Offerings. Wenn die Finanzierungsform für sie in Frage kommt, übernehmen wir die komplette Abwicklung – rechtlich, technisch und vertrieblich. Dafür arbeiten wir mit einem erprobten Team an Spezialisten zusammen.

Außerdem sind wir auch als Kapitalgeber aktiv. Wir beteiligen uns an Unternehmen, die sich mit der Blockchain-Technologie befassen, diese anwenden oder entwickeln. Der Fokus liegt dabei auf leistungsstarken Netzwerken. Dazu gehört zum Beispiel SatoshiPay, der führende Anbieter für blockchainbasierte Micropayments. Unser Ziel ist es, die gesamte Wertschöpfungskette im Bereich der Blockchain-Technologie abzubilden.

Sie sind also kein Entwickler? 

PS: Nicht im technischen Sinne, nein. Wohl aber im Sinne von Geschäftsideen. Das Thema STO hat mich von Anfang an fasziniert. Mir war klar: Da muss ich mitmischen. Auf vorhandene Angebote zu warten, war mir aber zu langwierig. Ich packe Dinge gern selber an. Da mein Team und ich uns schon lange mit Blockchain-Themen beschäftigen, haben wir uns innerhalb unseres Netzwerks informiert und festgestellt: Mit den richtigen Partnern können und wollen wir das selber aufziehen. Gesagt – getan!

Ich bin der Meinung, dass man nicht alles selbst können muss. Wichtig ist, dass man alles genau hinterfragt und sich ständig weiterbildet. Um einen STO zu verstehen, muss man kein Nerd sein. Der technische Aspekt ist ja nur einer von vielen. Etwas technisches Interesse ist aber sicherlich von Vorteil. Und: Aufgeschlossenheit für neue Themen hat noch niemandem geschadet.

Was zeichnet Sie aus? 

PS: Lassen Sie mich dafür zwei Stationen in meinem Leben nennen. In meiner Jugend bis ins frühe Erwachsenenalter habe ich Handball gespielt. Der Sport ist hart, aber sehr lehrreich. Was ich dort begriffen habe: Ohne Team bist Du verloren. Und: Es ist wichtig, das Beste zu geben und auch mal über die eigenen Grenzen hinaus zu gehen. Nur bei vollem Einsatz kommen auch Spitzenleistungen zustand. Das beherzige ich auch im Berufsleben.

Als junger Mann bin ich dann zur See gefahren. Das war mein absoluter Traum. Als Navigator habe ich dafür gesorgt, dass unser Schiff stets auf Kurs war. Auch hier hat mich der Teamgeist geprägt. Und noch etwas anderes habe ich gelernt: Es ist unabdingbar, Ziele zu haben und diese auch zu verfolgen.

Foto: Fabijan Vuksic/active capital