Mehr als ein Trend: Nachhaltige Finanzprodukte

März 2020 – Der Markt für nachhaltige Finanzprodukte ist auf der Überholspur. Nur: Was genau bedeutet Nachhaltigkeit? Gibt’s die auch auf der Blockchain? Und woran erkenne ich als Investor, ob es sich wirklich um ein nachhaltiges Angebot handelt oder ob der Emittent ihm nicht nur ein grünes Mäntelchen angezogen hat?

Hier wird uns in Zukunft die EU-Taxonomie-Verordnung helfen. Sie dient als einheitliches Klassifikationssystem, das festlegt, welche Investments in der EU als nachhaltig gelten. Das Regelwerk ist Teil des „Green Deal“ der Europäischen Kommission. Europa strebt nicht nur die Klimaneutralität bis 2050 an, sondern will sich auch als weltweiter Leitmarkt für nachhaltige Investmentprodukte etablieren.

Wie sieht das konkret aus? Nur Emittenten, die nachweisen können, dass ihre Anlage auf mindestens eines der sechs in der Grafik abgebildeten Umweltziele einzahlt, dürfen mit dem Nachhaltigkeitsaspekt werben.

„Greenwashing“, also nur so zu tun, als handle man nachhaltig, wird in Zukunft nicht mehr möglich sein. Das bedeutet eine große Portion mehr Transparenz für Investoren, denn sie werden sich an EU-Normen oder bestimmten Kennzeichnungen orientieren können. Das sorgt für eine bessere Vergleichbarkeit der nachhaltigen Angebote.

Nachhaltigkeit beinhaltet auch Ethik

Tatsächlich geht es bei der EU-Taxonomie vor allem um ökologisch nachhaltige Aspekte, also um grüne Finanzen. Die Nachhaltigkeit in Sustainable Finance geht heute aber deutlich über Umweltschutz hinaus. Wie weit, zeigen die bei nachhaltigen Finanzprodukten bereits etablierten ESG-Standards:

Die Buchstaben stehen für Environmental, Social and Governance, also Umweltschutz, soziales Verhalten und Unternehmensführung. Eine Messlatte, die mittlerweile hoch liegt. Wird unter fairen Voraussetzungen produziert? Wird mit dem Personal wertschätzend umgangen? Aspekte, die auch unter Corporate Social Responsibility zusammengefasst werden, also unter dem Wahrnehmen der gesellschaftlichen Verantwortung, werden verpflichtend. Börsennotierte Unternehmen innerhalb der EU, die mehr als 500 Mitarbeiter haben, müssen die Nachhaltigkeit ihrer Umsätze, Investitionen und Ausgaben ausweisen.

Darauf hat auch die Deutsche Börse reagiert und am 4. März 2020 den DAX 50 ESG Index eingeführt. Er berücksichtigt neben Börsenwert und -umsatz auch die ESG-Aspekte. Unternehmen, die kontroverse Waffen, Kraftwerkskohle oder Kernenergie produzieren oder damit handeln oder Tabak produzieren, sind per definitionem also schon mal raus.

Wie viel Nachhaltigkeit wünschen sich die Investoren eigentlich?

Bei so vielen Vorschriften und Regularien könnte man ja fast auf die Idee kommen, dass die EU selbst ein wenig Greenwashing betreibt oder zumindest die umfangreichen Klimaschutzziele irgendwie finanzieren muss. Doch ein Blick auf die Zahlen zeigt: Sustainable Finance, also nachhaltige Finanzprodukte, kommen an. Die Summe nachhaltiger Investments ist weltweit zwischen 2016 und 2018 um 34% auf 30,7 Billionen US-Dollar gestiegen (Quelle: Global Sustainable Investment Alliance (GSIA)).

Dabei liegt Europa ziemlich gut im Rennen: Im gleichen Zeitraum hat sich das Gesamtvermögen, das sich nachhaltigen Anlagestrategien verschrieben hat, hier um 11 Prozent auf 12,3 Billionen Euro (14,1 Billionen Dollar) gesteigert.

Auch die durchaus umweltbewussten Deutschen machen mit: Gemäß einer aktuellen forsa-Studie für die Santander Consumer Bank will mit 47 Prozent fast die Hälfte der Deutschen zukünftig nur noch Geldanlagen auszuwählen, die weder Klima noch Umwelt schaden.

Und wie sieht es bei den Profis aus? Für Vermögensverwalter und institutionelle Anleger wird es ohnehin obligatorisch, Nachhaltigkeitsfaktoren in ihren Investitionsentscheidungen zu berücksichtigen. Über ein Drittel von ihnen hat laut der DWS bereits einen Teil des Vermögens in nachhaltige Geldanlagen investiert. Und selbst Finanzanlageberater müssen zukünftig die Nachhaltigkeitspräferenzen ihrer Anleger abfragen und danach handeln.

Wie grün können nachhaltige Finanzprodukte auf der Blockchain sein?

Die Blockchain und insbesondere die Kryptowährungen sind ja als ziemliche Energiefresser verrufen. Zahlen, Fakten und Trends dazu sind aber mal ein anderes Thema. Falls Sie sich also bei der Lektüre gewundert haben, warum ausgerechnet die neoFIN Hamburg sich das Thema Sustainable Finance vornimmt, obwohl sie im Blockchain-Umfeld agiert, können wir sagen:
Wir tun das, WEIL wir im Blockchain-Umfeld agieren. Weil wir wissen, dass wir mit unserem Finanzinstrument der digitalen Wertpapiere gerade auch Unternehmen Liquidität verschaffen, deren Anlageprodukte den Regularien der EU-Taxonomie-Verordnung entsprechen. Und zwar nicht nur in einem der sechs Punkte, sondern gleich in mehreren. Jetzt wollen Sie natürlich wissen, was das sein kann. Sorry: Dazu müssen wir Sie leider noch um etwas Geduld bitten.

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