Nachhaltige Geldanlage: Wie Klimaschutz zum Wettbewerbsvorteil wird

Nachhaltige Geldanlage: Wie Klimaschutz zum Wettbewerbsvorteil wird

April 2021 | Die nachhaltige Geldanlage ist längst kein Trend mehr, sondern gelebte Realität. Schon heute investieren deutsche Privatanleger jeden zehnten Euro nachhaltig, 2025 soll es schon jeder vierte Euro werden. Jeder fünfte private Investor, so eine Studie der Puls Marktforschung für die Privatbank Quirin, will seine Finanzanlagen ganz auf Nachhaltigkeit umstellen. Lukrative Renditen und das gute Gefühl, etwas Sinnvolles mit seinem Geld zu bewegen, treibt hier wohl die meisten Menschen an. 

Doch Klimaschutz ist nicht nur gut für die Umwelt. Maßnahmen zur CO2-Effizienz entwickeln sich auch immer stärker als Wettbewerbsvorteil. Und das kann bedeutende Vorteile für Investoren haben. Unser Beispiel: Die Schifffahrt anhand des Vogemann Green Ship Token.

Die Schifffahrt gilt als Umweltsünder par excellence. Das dem nicht zwingend so ist, steht auf einem anderen Blatt, siehe auch unser Beitrag zum Thema Umweltschutz in der Schifffahrt. Immerhin führt der Ruf jedoch dazu, dass die Branche vor hohe Anforderungen gestellt wird. 

Strenge Richtlinien schränken die CO2-Emissionen ein

Bereits seit 2015 gelten verbindliche Richtlinien von der International Maritime Organisation in Bezug auf die CO₂-Emissionen von Schiffsneubauten. Für Frachtschiffe war dabei bislang der Energy Efficency Design Index (EEDI) maßgeblich. Er setzt die Emissionen eines Schiffes in Relation zu dessen Transportkapazität. Aktuell befinden wir uns in Phase eins, in der die CO2-Werte den festgelegten Richtwert um 10 Prozent unterschreiten müssen. Die zweite Phase (mindestens 20 Prozent CO₂-Einsparung) beginnt 2025, ab 2029 gilt die dritte Phase für abzuliefernde Neubauten, die mindestens 30 Prozent CO₂-Einsparung vorweisen müssen.

Diese strikten Regeln wurden 2020 zusätzlich verschärft, denn beim neuen EEXI (Energy Efficiency Existing Ship Index) geht es nicht mehr nur um Neubauten, sondern auch die Bestandsflotte.  Er verpflichtet nahezu die gesamte fahrende Welthandelsflotte, ihre gegenwärtigen CO2-Emissionen von 2023 an je nach Schiffstyp um bis zu 50 Prozent zu reduzieren. Wenn wir uns die weltweite Flotte der Handysize-Bulker anschauen, entsprechen schon einmal 90 Prozent aller Schiffe diese Maßgaben bislang nicht. Wer sich hier hervortut, ist die Hamburger Reederei Vogemann: Mit den beiden Green Dolphins „Voge Sophie“ und “Sea Eagle” hat sie bereits 2019 zwei Neubauten fertigstellen lassen, die heute schon die Anforderungen der dritten Phase erfüllen. Als einzige Handysize-Bulker der Welt übrigens. Vogemann ist seiner Zeit ökologisch also fast zehn Jahre voraus.

 

Grafische Darstellung der Handysize Bulker in Beziehung auf die Erfüllung der EEDI Anforderungen

Deutlich zu sehen ist, dass nur etwas mehr als 10% der Bestandsflotte die Vorgaben der IMO erfüllen. Alle übrigen Handysize Bulker verfehlen den EEXI Grenzwert und müssen die CO2-Emissionen drastisch verringern.

Energieeffizienz schont die Umwelt – und das Budget

Neben den Emissionswerten spielt auch die Steigerung der Energieeffizienz eine wichtige Rolle. Denn der sauberste und günstigste Treibstoff ist unverändert der, der gar nicht erst verbraucht wird.

Vogemann setzt daher auf modernste Dieselmotoren. Green Dolphins wie die Voge Sophie verbrauchen erheblich weniger Treibstoff als herkömmliche Handysize-Bulker. In Zahlen ist das eine Ersparnis von 30 bis 50 Prozent. Und das bei unveränderter Geschwindigkeit: Die Vogemann-Bulker verbrauchen auch bei einer Geschwindigkeit von 12 Knoten nur 15 Tonnen Treibstoff pro Tag. Das sind neun Tonnen weniger als viele andere Schiffe. Diese werden die Geschwindigkeit erheblich drosseln müssen, um auf die geforderten Werte zu kommen.

Das macht sich bei den Betriebskosten deutlich bemerkbar. Abhängig von der Anzahl der Tage auf See und den Ölpreisen führt dies pro Jahr zu:

  • Kraftstoffeinsparungen von mehr als 1.500 Tonnen,
  • Treibstoffkostenreduzierungen von mehr als 600.000 US-Dollar und
  • eine Reduzierung der CO₂-Emissionen um mehr als 3.000 Tonnen.

Vergleich TreibstoffverbrauchErsparnis Treibstoffverbrauch

 

 

 

Emissionshandel wird 2022 auf die Schifffahrt ausgeweitet

Umweltfreundliche Schiffe schonen nicht nur das Klima, sondern sparen massiv Betriebskosten und erzielen höhere Charterraten. Schiffe mit hohen CO2-Emissionen hingegen werden zukünftig finanzielle Nachteile haben und/oder bestimmte Häfen nicht mehr anlaufen dürfen.

Ein Beispiel, das schon nächstes Jahr Realität wird:

Bislang war die Schifffahrt nicht in den europäischen Emissionshandel eingebunden. Das soll sich 2022 ändern. Das Europäische Parlament  hat 2020 dafür gestimmt, dass dann auch Schiffsbetreiber CO2-Emissionsrechte für ihre Schiffe ab 5000 Bruttoregistertonnen  im EU-Emissionshandelssystem kaufen müssen. Die Gesetzgebung steht noch aus.

25 Euro pro Tonne CO2 werden dann fällig. Aus den derzeit rund 138 Millionen Tonnen CO2aus den Schiffsschloten innerhalb der EU-Gewässer errechnet sich eine Abgabe von bis zu vier Milliarden Euro, so Die Welt

Aus der Versteigerung der Emissionszertifkate könnte ein „Ozeanfonds“ finanziert werden. Mit dem Geld sollen Schiffe energieeffizienter gemacht werden. Außerdem werden Investitionen in innovative Technologien und Infrastruktur, wie alternative Treibstoffe und grüne Häfen, unterstützt. 20 Prozent der Einnahmen aus dem Fonds sollten verwendet werden, “um die durch die globale Erwärmung beeinträchtigten Meeresökosysteme besser zu schützen, wiederherzustellen und effizient zu bewirtschaften”, so der Vorschlag aus dem Parlament.

Weitere heftige Forderungen kommen aus der Branche selber

Doch das sind Beträge, die vergleichweise gering anmuten. Ausgerechnet aus der Branche selber kommen Forderungen, die zu deutlich höheren Belastungen führen. Im Vorfeld des Klimagipfels von US-Präsident Joe Biden Ende April fordern angesehene Schifffahrtsorganisationen die teilnehmenden Staatsoberhäupter dazu auf, die Einführung einer Steuer auf die CO2-Emissionen der Schifffahrtsindustrie diskutieren. Dazu gehören Bimco, die International Chamber of Shipping (ICS), das World Shipping Council (WSC) und die Cruise Lines International Association.

Ein Plan, der auf offene Ohren stoßen könnte. Die USA haben bereits kommuniziert, dass sie ihren Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen bis 2030 im Vergleich zu 2005 um 50 bis 52 Prozent reduzieren wollen. Damit erfüllt die Biden-Regierung eine Vorgabe des Pariser Klimavertrags, aus dem sein Vorgänger Donald Trump ausgetreten war. Emissionsfreiheit  (“net zero emissions”) soll 2050 durchgesetzt werde, das gelte auch für die Schifffahrt, so shippingwatch.com. Zum Vergleich: Die aktuellen Klimaziele der IMO sehen derzeit zum gleichen Zeitpunkt noch eine Halbierung der Emissionen vor. 

Unter diesem Link können Sie die Ansprache von John Kerry verfolgen, die der Sondergesandte des US-Präsidenten für Klimafragen auf einer Online-Konferenz von Ocean Conservancy im Vorfeld des Gipfels hielt.

Die Ölhandelsgruppe Trafigura hat bereits 2020 einen konkreten Vorschlag für die Einführung einer CO2-Abgabe für die Schifffahrt bei der IMO eingereicht. CO2-arme oder -freie Treibstoffe sollen subventioniert, CO2-intensive hingegen mit Abgaben belastet werden. Ihre Vorstellung: 250 bis 300 US-Dollar pro Tonne. 

Bonus statt Malus: Zypern plant Öko-Bonus

Auf Belohnung hingegen setzt womöglich bald Zypern. Das Land, das zu den zehn führenden Seenationen der Welt, gehört, will die Tonnagesteuer für Reeder, die umweltfreundliche Schiffe einsetzen, um 30 Prozent rabattieren. Schon heute werden weder Steuern auf Gewinne von dem Betrieb der in Zypern registrierten Schiffe erhoben, noch auf Dividenden von Reedereien.

Vogemann positioniert sich als Vorreiter und bietet damit eine nachhaltige Geldanlage

“Es ist klar, dass exzellente Emissionswerte schon nächstes Jahr auch zu erheblichen kommerziellen Vorteilen im laufenden Schiffsbetrieb führen werden”, sagt Patrick Schütze, Geschäftsführer der neoFIN Hamburg GmbH. “Wer davon von Anfang an profitieren wird, ist die Reederei Vogemann. Denn Vogemann setzt bereits seit Jahren auf CO2- und Treibstoffeffizienz. Das Unternehmen stellt dadurch eindrucksvoll unter Beweis, wie Ökologie und Ökonomie Hand in Hand gehen. Ihre Bulker verbinden in perfekter Art und Weise Wirtschaftlichkeit und hohe Akzeptanz im Chartermarkt mit deutlich reduzierten Emissionen für die Umwelt. Als Investor des Green Ship Token können auch Sie von dieser Vorreiterrolle profitieren.”

Ein Investment in den Green Ship Token leistet einen nachhaltigen Beitrag zur umweltfreundlichen Schiffahrt und damit im Kampf gegen den Klimawandel. Dabei erhalten Anleger 8 Prozent Zinsen p.a. sowie, bei entsprechender Geschäftsentwicklung, eine Gewinnbeteiligung. Lesen Sie dazu auch diesen Beitrag.