Tokenisierung von Assets: Die Zukunft der Geldanlage ist digital

Tokenisierung von Assets: Die Zukunft der Geldanlage ist digital

Februar 2021 | Seit Security Token Offerings (STO) 2019 von der BaFIN als regulierte Finanzprodukte zugelassen wurden, hat sich in Deutschland viel in Sachen digitaler Wertpapiere getan. Neben einem weiter verbesserten rechtlichen Rahmen steigt die Wahrnehmung von tokenisierten Assets bei den Anlegern wie auch bei den Emittenten, die immer häufiger aus dem Mittelstand kommen. Auch im Bereich der institutionellen Investoren fassen digitale Assets mittlerweile Fuß. Warum die Tokenisierung die Finanzmärkte dauerhaft verändern wird und warum auch Family Offices und Berater die Entwicklungen im Auge behalten sollten.  

Plattformen treiben Tokenisierung voran

Als die ersten tokenisierten Assets in Deutschland auf den Markt kamen, war die Begeisterung in Fachkreisen groß. Für die breite Öffentlichkeit war das Thema jedoch noch Neuland. Die Blockchain-Technologie wurde in den Köpfen vieler Privatanleger noch sehr stark mit Kryptowährungen wie Bitcoin und somit mit hoher Volatilität assoziiert.  Doch schon bald entdeckten Plattformen aus dem Bereich des Crowdinvestings die Chancen der digitalen Wertpapiere. Kein Wunder, bringen sie doch neben ihrer Erfahrung in der Schwarmfinanzierung einen bereits bestehenden, aufgeschlossenen und nicht zuletzt finanzaffinen Investorenstamm mit.

Das Ergebnis zeigt sich in einer wachsenden Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit, wie diese Beispiele beweisen:

  • Kapilendo stand lange Zeit für das größte deutsche Security Token Offering in der Mittelstandsfinanzierung. Mit der tokenbasierten Anleihe für die Restaurantkette FR L’Osteria SE warb das Unternehmen 2019 2,3 Millionen Euro bei mehr als 1.300 Anlegern ein. Mitterweile verfügt Kapilendo über eine Zulassung als Kryptoverwahrer und legt mit dem Bankhaus Hauck & Aufhäuser den ersten Kryptofonds auf. Der Wandel vom Mittelstandsfinanzierer zum Kryptounternehmen ist hier in vollem Gang.
  • Wiwin führte 2020 das Fundraising der Tomorrow Bank als digitales Wertpapier durch. Das Ergebnis: In nur 300 Minuten kamen 3 Millionen Euro zusammen – eine Million mehr als ursprünglich geplant. Das durchschnittliche Investment lag bei 1.500 Euro. Das Besondere hier sind nicht nur die hohe Summe und die Rekordgeschwindigkeit, sondern eine sichtbare Verschiebung der Zielgruppe und die Kraft der Community. Tomorrow hat für die Kampagne eifrig die Werbetrommel auf Social Media gerührt und reichweitenstarke Influencer mit eingebunden. Unter den Anlegern sind also zahlreiche Fans und Kunden der auf Nachhaltigkeit und Impact Investing ausgerichteten Bank. 
  • Die Tokenisierung von Immobilien fing schon relativ früh an. Unter den ersten vier durch die BaFin zugelassenen Security Token Offerings waren zwei Immobilienprojekte. Führend in diesem Bereich ist dennoch Exporo. Bereits im Sommer 2019 führte das 2014 als Crowdinvesting-Plattform für Immobilienprojekte gegründete Unternehmen das erste voll regulierte Security Token Offering für Immobilien in Europa durch. Schon ein Jahr später waren es 14 digitalisierte Bestandsprojekte mit einem Gesamtvolumen von über 45 Millionen Euro. 

Digitalisierung von Sachwerten erschließt neue Zielgruppen

Die Vielzahl von bereits tokenisierten Assets zeigt zugleich auch den stärksten Vorteil von Security Token für Privatanleger: Die überschaubare Mindestinvestition. Zahlreiche klassische Finanzprodukte weisen sehr hohe Einstiegssummen auf. So beginnen Investments in geschlossene Immobilienfonds in der Regel bei 10.000 Euro, bei Private Equity-Fonds geht es bei 100.000 Euro los. 

Doch solche Summen kann oder möchte gar nicht jeder investieren. Dabei sind gerade in der andauernden Niedrigzinsphase auch Kleinanleger auf der Suche nach geeigneten Anlagemöglichkeiten, ohne ihr ganzes Geld an der Börse zu investieren. Finanzprodukte wie tokenisierte Assets mit geringen Mindestzeichnungssummen bieten dabei eine gute Möglichkeit. Denn so lässt sich das zur Verfügung stehende Geld breiter streuen und vielleicht auch erst einmal mit der Geldanlage beginnen. Die digitale Zeichnungsstrecke macht das besonders einfach und zieht dabei auch jüngere Anleger an. 

Digitale Wertpapier sind prädestiniert für Sachwerte

Hinzu kommt, dass sich nahezu alle Assets tokenisieren lassen und so einer breiteren Zielgruppe zugänglich werden. Noch dominieren tokenisierte Immobilien den Markt. Doch wer genauer hinschaut, findet schon heute eine ganze Reihe an rentablen, digitalisierten Sachwerten. Durch fraktionalisierte Besitzverhältnisse können Anleger auch nur einen Bruchteil dieser Sachwerte kaufen und damit Renditen erwirtschaften. Denn wer hat zum Beispiel schon das Geld, ein ganzes Schiff zu kaufen? Der Green Ship Token macht es möglich, sich bereits ab 1.000 US-Dollar am Green Deal der Hamburger Traditionsreederei Vogemann zu beteiligen. 

Ein weiteres Beispiel sind Vermögensanlagen in Sammlerwerte wie Kunst, Whisky, Oldtimer oder Luxusuhren. Der Marktpreis einer Omega Speedmaster „Moonwatch“ hat sich seit 1995 mehr als vervierfacht. Die Wertsteigerungen bei Rolex sind ohnehin legendär. Und selbst bei jüngeren Uhrenmarken sind immense Zuwächse möglich. Freilich, wenn Anleger eine Luxusuhr wie von Richard Mille in Form einer digitalen Geldanlage erwerben könnten, würden sie sie – anders als Tennisstar und Markenbotschafter Rafael Nadal – nicht ums Handgelenk binden. Dafür zeigt sich die schmückende Wirkung dann im Portfolio. Anders gesagt: Man muss nicht am Steuer eines Sportwagens sitzen, um von seinem Wert zu profitieren.

Über ein Dashboard lassen sich auch tokenisierte Assets abbilden

Institutionelle Investoren steigen ein

Auch institutionelle Investoren wie Banken und Pensionskassen erkennen mittlerweile die Chancen der Tokenisierung. Jüngstes Beispiel ist das Security Token Offering der Vonovia. Als erstes DAX-Unternehmen emittierte der Wohnungsbaukonzern eine vollständig digitale Namensschuldverschreibung. Das Volumen des Security Token Offerings beläuft sich auf 20 Millionen Euro. 

Exklusiver Investor ist M.M.Warburg & CO. Die Hamburg Privatbank wird die digitalen Wertpapiere an ihre Kunden weiterverkaufen. Bei diesem Beispiel wird klar, wie interessant das Finanzinstrument auch für institutionelle Investoren ist. Bitbond-CEO Radoslav Albrecht, der 2019 als erstes deutsches Unternehmen überhaupt die Zulassung für ein digitales Wertpapier von der BaFin erhalten hatte und somit als erster deutscher STO in die Geschichte eingeht, gegenüber BTC-Echo:

“Aus unserer Sicht ist das ein wichtiger Meilenstein, um digitale Assets, in diesem Fall tokenisierte Schuldverschreibungen, in den institutionellen Bereich zu bringen.” 

Auch Vermögensverwalter profitieren von der Tokenisierung

Mittlerweile entdecken auch andere professionelle Investoren wie Vermögensverwalter, beispielsweise Family Offices, das Potenzial digitaler Wertpapiere. Die lukrativen Renditen spielen eine ebenso wichtige Rolle wie der hohe Grad an Automatisierung. Die Blockchain-Technologie sorgt für manipulationsfreie Abläufe in Echtzeit. Grundlegende Eckdaten wie Dividenden- oder Zinszahlungen werden per Smart Contract einprogrammiert und automatisch ausgelöst. Ein weiterer großer Vorteil ist die Handelbarkeit rund um die Uhr, denn die Blockchain hat keinen Börsenschluss. Deshalb haben Tokenbasierte Assets das Zeug dazu, die Prozesse der Finanz- und Anlagewelt nachhaltig zu vereinfachen. 

Joachim Olearius, Sprecher der Partner der Warburg Bank, bringt es in einer Mitteilung auf den Punkt:

“Die Tokenisierung wird das Angebot von Finanzprodukten und -services erheblich erweitern und strukturell verändern.”

Technik wie Tokenisierung vereinfacht die Abläufe – auch in der Investorenbetreuung

Was insbesondere auch Finanzberatern und Anlagevermittlern die Arbeit erleichtert, ist ein transparentes Dashboard, das alle Investoren und ihre Transaktionen übersichtlich abbildet. Auch Provisionen werden über das System automatisch ausgezahlt. In der Zusammenarbeit mit festen Partnern wie der neoFIN Hamburg GmbH werden daraus schnell fortlaufende Vergütungen. Denn auch bei nachfolgenden Tokenisierungen sind Berater bereits registriert. Dadurch können sie von neuen Assets für ihre Investoren profitieren.  

Kommen Sie ins Gespräch mit uns und erfahren Sie mehr über tokenisierte Assets in Form von digitalen Wertpapieren.