„Fundraising für Unternehmen moderner und einfacher gestalten“

„Fundraising für Unternehmen moderner und einfacher gestalten“

April 2020 – Als Gründer und Unternehmer kennt Phong Dao die Herausforderungen der Finanzierung – und aus seiner Zeit bei einer deutschen Großbank die Strukturen der Finanzindustrie. Beides will er gemeinsam mit seinem Team mit der Agora Innovation verbessern. Im zweiten Teil unseres Interviews geht es um seine persönlichen Erfahrungen und Einschätzungen. 

Woher kommt Deine Leidenschaft für die Blockchain und digitale Assets? Wann hast Du angefangen, Dich damit zu beschäftigen?

Phong Dao (PD): Mit der Thematik Krypto und Blockchain habe ich mich Anfang 2016 beschäftigt, während meiner Zeit als Freiberufler bei der Deutschen Bank. Zu dem Zeitpunkt war ich in einem Projekt im Bereich der Vermögensverwaltung, wo ich auch meine anderen beiden Co-Founder kennengelernt habe. Dabei haben wir schnell erkannt, dass die Infrastruktur bei Banken und in der Finanzindustrie so veraltet und komplex ist, dass Innovationen kaum vorangetrieben werden können. Mit der Blockchain hat man plötzlich die Möglichkeit, solche alten Systeme, die historisch gewachsen sind, zu verbessern.

Euer Board besteht aus drei Personen. Kannst Du uns etwas zu Deinen beiden Partnern Evgeny Matershev und Robert Malec und Eurer Aufgabenverteilung sagen?

PD: Klar. Wie gesagt habe ich die beiden Jungs im Projekt kennengelernt, und durch unsere gemeinsame Tätigkeit haben wir schnell erkannt, dass wir uns gut ergänzen und zusammenarbeiten können. Evgeny (Chief Product Officer) ist bei uns verantwortlich für das Produkt, Design und die Einführung neuer Technologien. Robert (Chief Technology Officer) hat bei uns das Sagen über die komplette IT. Zusammen haben wir drei über 40 Jahre Erfahrung in Finanz- und IT-Projekten.

Wo siehst Du die Entwicklung von Security Token Offerings in fünf oder zehn Jahren?

PD: Vor allem im Kapitalmarkt sehe ich sehr großes Potential für Security Token Offerings. Die aktuelle Infrastruktur in dem Bereich ist einfach veraltet. Im Zuge der Digitalisierung werden sich neue Prozesse etablieren, Chancen ergeben, und Altsysteme werden abgelöst. Deshalb gehe ich davon aus, dass Security Token Offerings sich in fünf bis zehn Jahren als digitales Fundraising etabliert haben. Mit dieser Meinung bin ich nicht allein: „In fünf bis zehn Jahren wird jede Aktie, jeder Genussschein und generell jedes Wertpapier auf einem Blockchain-System laufen“, sagt auch Philipp Sandner, Leiter des Frankfurt School Blockchain Center ( FSBC).

Und wo steht Agora Innovation dann?

PD: Agora Innovation will mit iVE.ONE zu dem Zeitpunkt die führende Plattform in Europa und Asien sein, die Emittenten für die digitale Emission von Wertpapieren auf der Blockchain benutzen. Und wichtiger: Jedes digitale Wertpapier eines Emittenten werden wir platzieren können, da wir uns das Ziel gesetzt haben, bis 2030 mehr als 100.000 aktive Investoren auf der Plattform zu haben. Und das weltweit!

Oder wir wurden von einer internationalen Bank übernommen 😉

Was war Deine größte unternehmerische Herausforderung?

PD: Eine der letzten Herausforderungen war definitiv Agora Innovation. In den ersten zwei Jahren nach der Gründung war das Wachstum zu finanzieren in Deutschland echt eine Hausnummer (wir haben am Anfang alles gebootstrapped als Gründer). Warum? Als Startup möchte man skalieren und dafür benötigt man ab einem gewissen Zeitpunkt einfach mehr Kapital, vor allem in einem Markt, der so schnell wächst wie Blockchain. Durch meine Verantwortung im Fundraising musste ich sehr gut balancieren zwischen Sales, Marketing, Business Development, Legal und Investors Relation. Dabei merkt man schnell, das Fundraising eigentlich schon ein Vollzeitjob an sich ist. Deshalb bin ich froh, mit unseren 11 Mitarbeitern ein Team zusammengestellt zu haben, mit denen wir Fundraising für andere Unternehmen in Zukunft moderner und einfacher gestalten.

Hast Du ein Lebensmotto? Wenn ja, welches?

PD: Ja, und es ist recht simpel: „sharing is caring“. Das kommt wohl von meinem asiatischen Hintergrund, da das Essen immer geteilt wird. Und das Motto kann man auch in vielen anderen Bereichen verwenden.

Sie haben den ersten Teil des Interviews mit Phong Dao verpasst? Hier können Sie es nachlesen.